Dienstag, 22. Mai 2012

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    Joachim Gauck: Ein Spalter und egoistischer Selbstdarsteller auf Schloss Bellevue

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      notmypresident_bembel

      Bild: Bembel

      Die Katze ist aus dem Sack. Union und FDP haben sich auf Joachim Gauck als neuen Bundespräsidenten geeinigt. Rot-Grün wird abnicken, Schaden wird unser Land, das gesellschaftliche Miteinander und unsere Demokratie allgemein nehmen. Ich habe ja schon mehrfach darüber geschrieben, was von Joachim Gauck zu halten ist, zuletzt hier: Nachmieter gesucht. Neben dem Spalten unserer Gesellschaft, dem Verhöhnen von sozial Schwachen und dem Zujubeln von Thilo Sarrazin kommt jetzt noch ein Punkt hinzu: Ich hätte nie gedacht, Angela Merkel einmal verteidigen zu wollen oder zu müssen, aber in der aktuellen Debatte rund um die Suche nach einem neuen Bundespräsidenten äußerte sich Joachim Gauck laut der Zeit wie folgt: Rufen Sie doch Frau Merkel an.

      Auch wenn die Zeit schreibt, dass diese Äußerung scherzhaft gefallen sei, so ist davon nicht auszugehen. Im Gegenteil. Diese Äußerung ist mit Bedacht genauso geplant worden. Ein Mann wie Joachim Gauck, mit seiner medialen Erfahrung, wird so einen Satz in der aktuellen Situation nicht einfach daher sagen, auch nicht im Scherz. Er weiß genau, dass die Deppen von Rot-Grün seinen Namen erneut in die Diskussion gebracht haben und der Axel-Springer-Konzern ihn puscht. Die eine oder andere Umfrage ist da eine logische Folge.

      Gauck hat hier Unglaubliches versucht: Mit der vermeintlichen öffentlichen Meinung in Hinterhand hat er Angela Merkel unter Druck gesetzt, damit er Bundespräsident wird. Joachim Gauck ist nicht nur ein Spalter, sondern auch ein egoistischer Selbstdarsteller, der mit aller Macht Bundespräsident werden möchte und jeglichen Anstand vermissen lässt. Bei dem Drohgebärde, welches hier aufgebaut wurde, kann man fast von Erpressung sprechen.

      Nachdem die FDP heute einen einstimmigen Präsidiumsbeschluss pro Gauck gefällt hat, gar die Regierungskoalition auf dem Spiel stand, hat Merkel nun nachgegeben. Was heute in Berlin geschehen ist, erinnert nicht einmal entfernt an eine Demokratie. Wieder einmal haben die politischen Akteure ihre hässliche Fratze gezeigt. Joachim Gauck scheint dabei in den Berliner Politbetrieb sehr gut reinzupassen. derStandard.at berichtet von einer Podiumsdiskussion: Die Vorratsdatenspeicherung ist für Gauck nicht schlimm, Wikileaks seien einfach gestohlenes Material und Nacktscanner sind Gauck völlig schnurz-egal, weil er ja auch an den FKK-Strand gehen würde. Mit Gauck ist kein Staat für mehr Freiheits– und Bürgerrechte, gegen allumfassende Überwachung zu machen. Oder wie es ein Kommentar ausdrückt: Gauck hat eben mit der Wiedervereinigung die Seiten gewechselt.

      Joachim Gauck ist charakterlich nicht im Ansatz in der Lage, das Amt des Bundespräsidenten auszufüllen — noch viel weniger als Christian Wulff. Wulff hat mit den Mächtigen gekuschelt und es mit der Wahrheit nicht ganz genau genommen und die nötige Distanz zu seinen vermögenden Bekannten vermissen lassen. Joachim Gauck würde dieses Land tief spalten — von anderen Dingen ganz zu schweigen. Da fragt man sich, was schlimmer für unser Land wäre.

      Joachim Gauck ist #notmypresident.

      fixmbr


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