Freitag, 18. Mai 2012

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    12 Millionen Menschen armutsgefährdet

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      armut-statistik-2_160

      Bild: Günter Havlena / pixelio.de

      In Deutschland sind rund 12 Millionen Menschen armutsgefährdet

      Als Armutsnah gilt in Deutschland ein Einkommen für einen Ein-Personen-Haushalt von 826 Euro, für eine vierköpfige Familie liegt die Armutsgefährdungsschwelle bei 1735 Euro. Insgesamt sind laut dem Paritätischen Wohlfahrtbundes rund 12 Millionen Menschen betroffen, was einem Anteil von 14,5 Prozent der Bevölkerung entspricht. In Ostdeutschland lag die Quote der von Armut betroffenen Bevölkerung deutlich über der im Westen: In Ostdeutschland waren im letzten Jahr 19 Prozent betroffenen, während es im Westen 13,3 Prozent waren.

      Berlin und Nordrhein-Westfalen zeigen Negativtrend am Deutlichsten
      Laut der Studie zeigt sich besonders am Beispiel von Berlin und NRW ein negativer Trend. In NRW stieg die Armutsgefährdungsquote von 13,9 Prozent im Jahr 2006 auf 15,4 Prozent im letzten Jahr an. Dabei sei das Ruhrgebiet besonders stark betroffen, berichtet der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Ulrich Schneider: „Wenn dieser Kessel mit fünf Millionen Menschen einmal zu kochen anfängt, dürfte es schwer fallen, ihn wieder abzukühlen.“ Schneider erläutert weiter, dass es in diesem Ballungsraum seit Jahren sehr hohe Armutsquoten gäbe, deren Tendenz steigend sei.
      Besonders besorgniserregend sieht die Quote auch für die Hauptstadt aus. In Berlin lag die Armutsgefährdungsquote 2006 bei 17 Prozent und stieg im letzten Jahr bis auf 19,2 Prozent.

      Armutsquote stieg weiter an, obwohl Anteil der Hartz IV-Betroffenen fast gleich blieb
      Der Paritätische Wohlfahrtsbund teilte weiterhin mit, dass in NRW und Berlin die Armutsquoten in den letzten Jahren weiter angestiegen sind, obwohl der Anteil der Hartz IV-Empfänger in der Bevölkerung etwa gleich geblieben sind. Der Verband schlussfolgert daraus, dass inzwischen auch Menschen, deren Einkommen oberhalb des Hartz IV-Bezugs liegt, immer häufiger von Armut betroffen sind. Die Hartz IV-Quote 2011 war in Berlin mit 21,2 Prozent bundesweit am höchsten. Dennoch lag sie leicht unter dem Wert der Vorjahre. Auch in NRW fiel sie mit 11,3 Prozent etwas niedriger aus.

      Im bundesweiten Vergleich habe Bayern und Baden-Württemberg mit 10,8 und 11 Prozent die geringsten Armutsquoten. Der Paritätische Wohlfahrtsbund teilte jedoch mit, dass auch hier die Quoten kaum gesunken wären. (ag)




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