Mittwoch, 22. Februar 2012

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    Commerzbank frisst x-Milliarden / Küchenpersonal hungert

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      Flugblatt der IWW an Passanten und Kundinnen der Commerzbank

      Wir biltten um intensive Verbreitung!

      iww_logo_ein_angriff_rgb_116pxlHaben auch Sie Zweifel am Geschäftsgebahren und Lobbyismus der Banken? Zu Recht. Der Zusammenhang zwischen der Milliarden teuren Bankenrettung nach dem Finanzcrash von 2008 und dem Gejammer über leere Kassen wird immer deutlicher. Quer durch die Republik, ja in ganz Europa soll am Notwendigsten gespart werden.

      Wir werden ausgenommen wie eh und je

      Immer deutlicher wird dabei, wie Regierungen die Banken verhätscheln und die arbeitende Bevölkerung durch Sparpakete, Steuererhöhungen etc. ausnehmen. Auf Dispo-Überziehung, scheinbar günstige Kredite, Ratenzahlung, folgen Überziehungszinsen, Gerichtsvollzieher, Zwangsräumungen, Privatinsolvenz. Und wenn Du durch den Rost fällst, gerätst Du in eine gut geölte Hartz-IV-Maschine, die Dich für einen Hungerlohn zum Arbeiten bringen soll.

      Wir wollen heute von einem speziellen Akteur in diesem widerlichen Spiel reden: Der Commerzbank.

      Man könnte sich auch mit anderen Banken beschäftigen; Attac konzentriert sich momentan z.B. auf die Deutsche Bank. Wir reden von der Commerzbank, weil wir dort Kolleg_innen haben, die in Frankfurt in einer Kantine schuften. Und weil wir es unerträglich finden, wie unsere Kolleg_innen dort behandelt werden.

      Mehr als 18 Milliarden für Dresdner Bank und Commerzbank

      Die Commerzbank hat sich im Zuge des Weltfinanzcrashs derbe verspekuliert. Im August 2008 gab sie bekannt, dass sie die strauchelnde Dresdner Bank übernehmen würde. Die Kaufsumme von 9,8 Milliarden Euro floss damals an die Allianz-Versicherung. Dieser Brocken war wohl zu groß und schwer bekömmlich für die Commerzbank. Um sie vor dem Zusammenbruch zu bewahren, sprang der Bund ein: Am 8. Januar 2009 übernahm der bundeseigene „Sonderfonds Finanzmarkt-Stabilisierung“ (Soffin) 25 Prozent der Aktien. Letztendlich wurde die Übernahme der Dresdner Bank mit 18,2 Mrd. Euro gestützt, mehr als das dreifache des Wertes der Dresdner Bank. (Quelle: Lobbypedia.de)

      Der Bund ist mit 25 % der – nunmehr übrigens fast wertlosen – Aktien jetzt größter Einzelaktionär der Commerzbank. Man könnte sogar sagen: Die Commerzbank ist ein zum Teil staatliches Unternehmen. Dem Hauptaktionär stünden weitgehende Mitspracherechte zu.

      Und jetzt will die marode Commerzbank noch mehr Kohle. Weitere 5 Milliarden sind im Gespräch…

      Steueroasen, fiese Sub-Unternehmer und aufstockendes Hartz-IV

      Wie es aussieht, macht niemand Anstalten, das Wirtschafts-gebahren der Commerzbank in einem demokratischen Sinne zu beeinflussen.

      Laut einer attac-Recherche vom April 2011 war die Commerzbank damals mit unglaublichen 343 Tochter- und Zweckgesellschaften, assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen in Finanzoasen und Steuerschlupf-Paradiesen vertreten: Delaware (USA), Cayman Islands, Guernsey, Jersey, Luxemburg, Amsterdam, City of London, Singapur …

      Für ihre Kantinen hat die Commerzbank einen Vertrag mit dem Sub-Unternehmer Eurest geschlossen. Der Werkskantinen-Multi Eurest ist dafür berüchtigt, seine Niedriglohn-Arbeiter_innen so schlecht zu bezahlen, dass viele aufstockendes Hartz-IV beziehen müssen. Im Grunde ist dies eine weitere Subventionierung der Commerzbank durch den Staat.

      Neuerdings soll das Küchenpersonal bei Eurest sein Essen auch noch selber bezahlen!

      Keine Seltenheit bei Eurest sind folgende Vorkommnisse:

      - Gnadenlose Überstunden, mitunter auch über die gesetzlichen Vorgaben hinaus
      - Heuern von prekär Beschäftigen
      - Feuern von langjährigen Beschäftigen
      - Mobbing, Schikanen, Arbeitshetze
      - Bekämpfung von selbstbewussten Betriebsräten

      Wir fordern daher von der Commerzbank:

      • Raus aus den Steueroasen!
      • Verträge mit Subunternehmern wie Eurest kündigen!
      • Kantinen selbst betreiben!
      • Tariflohn + menschenwürdige Arbeitszeiten!
      • Übernahme des Personals der geschlossenen Filialen!

      Und was können Sie tun?

      Denken Sie doch mal über einen Wechsel Ihrer Bank nach…

      Dieser Flugblatt-Text als pdf zum download

      wobblies


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