
Demonstration des Panafrican Congress in Sharpville 1960
Apartheid
Fünfzig Jahre wurde das Apartheidsystem immer weiter ausgebaut und verschärft. Die „Rassen" wurden auf allen Ebenen getrennt, die Weißen unterdrückten die Schwarzen mit brutalster Repression, Folter und Mord. Als 1960 beim Massaker von Sharpeville 69 unbewaffnete Schwarze von der Polizei erschossen wurden, löste sich der ANC von seiner, von den Ideen Mahatma Gandhis inspirierten, pazifistischen Ausrichtung. Nelson Mandela wurde Kommandant des bewaffneten Flügels. Er wurde 1962 verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt.
Nationale Befreiung
Inspiriert vom Befreiungskampf der Schwarzen in den USA bekam der Aufstand in den Siebzigern neue Energie. Nach Kämpfen von Schülern und Massendemos trat ein Gegner auf den Plan, dem der Apartheidstaat nicht gewachsen war – die in den letzten Jahrzehnten entstandene schwarze Arbeiterklasse. Zum Zeitpunkt des Soweto-Aufstands - im Juni 1976 - waren siebzig Prozent aller südafrikanischen Arbeiter schwarz. Getragen durch den lokalen Widerstand und eine Welle internationaler Solidarität besiegte die schwarze Befreiungsbewegung das rassistische und mörderische Apartheidsystem. In den nächsten zwei Jahrzehnten stieg der Organisationsgrad und die Schlagkraft der schwarzen Arbeiterinnen und Arbeiter. 1985 wurde der mit dem ANC verbündete Gewerkschaftsbund COSATU gegründet. Die Herrschaft der Weißen Eliten war am Ende. Als die Streikbewegung in einen Aufstand überzugehen drohte, lenkte das Regime ein, um dem Aufstand zuvorzukommen. 1990 wurde Nelson Mandela nach fast 30 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Rassentrennung wurde 1992 auf Druck der schwarzen und 69% der weißen Bevölkerung aufgehoben.
Soziale Revolution
Die Wahl Nelson Mandelas zum Präsidenten Südafrikas im April 1994 läutete eine Zeit von großem Optimismus ein. Die Erwartungen spiegelten das Selbstbewusstsein der Arbeiterklasse, insbesondere des Gewerkschaftsdachverbands COSATU wieder. Vor dem Hintergrund ihrer kämpferischen Geschichte glaubten die Menschen, dass »ein besseres Leben für alle« folgen würde, wie eine Parole des ANC lautete. Doch die „nationale" Befreiung der Schwarzen wurde nicht bis zur sozialen Befreiung weitergeführt. Die kommunistische Partei beendete ihren Kampf und trat in eine Koalitionsregierung mit dem ANC ein.
Die Menschen lebten immer noch unter Armut, Seuchen und Kriminalität. Die Regierung folgte neoliberalen Vorgaben und Millionen verloren ihre Jobs. Doch die Arbeiterklasse tritt auch heute immer wieder als Bollwerk gegen die Angriffe der Herrschenden auf.
Die letzte Welle von Townshipprotesten fiel zusammen mit einem Ausbruch landesweiter Streiks im Juni 2007. Dem war der längste und größte Streik des öffentlichen Diensts in der südafrikanischen Geschichte vorausgegangen. Im August brachte ein weiterer Generalstreik die Wirtschaft zum Stillstand, als COSATU seine zwei Millionen Mitglieder zu einem eintägigen Ausstand gegen die steigenden Benzin- und Lebensmittelpreise aufrief. Während der Fußball-WM flammten heuer sogar neue Streiks auf.
Linkswende
| Datum | Klicks | Kommentare |
|---|---|---|
| Total | 2276 | 0 |
| Do. 17 | 7 | 0 |
| Mi. 16 | 1 | 0 |
| Di. 15 | 9 | 0 |


















